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エトノロギー

Ethnologie

池田光穂

☆エ スノロジー(古代ギリシャ語 ἔθνος éthnos、ドイツ語「Volk, Volksstamm」、-logie「Lehre」に由来、かつては民族学、今日では社会人類学・文化人類学とも)とは、人間のライフスタイルの多様性 を現代的・歴史的観点から探求する実証的・比較的な社会・文化科学である。

Die (abgeleitet von altgriechisch ἔθνος éthnos, deutsch ‚Volk, Volksstamm‘, und -logie ,Lehre‘; früher Völkerkunde, heute auch Sozial- und Kulturanthropologie) ist eine empirische und vergleichende Sozial- und Kulturwissenschaft, die die Vielfalt menschlicher Lebensweisen aus einer sowohl gegenwartsbezogenen als auch historisch verankerten Perspektive erforscht.

Ursprünglich hat sich das Fach stark auf das Zusammenleben der heute weltweit rund 1300 ethnischen Gruppen und indigenen Völker[1] fokussiert. Heute stehen die kulturellen Praktiken und Ideen unterschiedlichster sozialer Gruppen und Entitäten im Mittelpunkt ihrer Forschungen, die zugleich stets im Zusammenhang mit politischen bzw. ökonomischen Strukturen untersucht werden. Die zeitgenössische Ethnologie erforscht damit z. B. auch Institutionen und Organisationen ebenso wie Lebenszusammenhänge in modernen Industriegesellschaften, in städtischen Räumen,[2] oder den Zusammenhang mit Migration.

Durch das enge Eintauchen in die Lebens- und Handlungswelten der von ihr untersuchten Gruppen und Menschen mittels der Methode der Feldforschung zielt die Ethnologie darauf ab, deren spezifische Weltverständnisse zu entschlüsseln und – oft im Vergleich zu anderen kulturellen Zusammenhängen und sozialen Kollektiven – zu erklären. Die Ethnologie ist dabei in der Regel weniger auf die Überprüfung von Theorien und Konzepten, sondern vor allem auf die Generierung von Theorien und die damit verbundene Erklärung von Bedeutungszusammenhängen ausgerichtet. Feldforschung findet heute auch in Zusammenhang mit transnationalen Online-Gemeinschaften (Netnographien) statt.

Die Ethnologie entstand zunächst an den ethnologischen Museen und wird seit Ende des 19. Jahrhunderts als eigenständiges Fach an den Universitäten gelehrt, in Deutschland zunächst als Völkerkunde, in Großbritannien als social anthropology und in den USA als cultural anthropology. Im angelsächsischen Raum gilt die Ethnologie als Teilgebiet der Anthropologie (Wissenschaft vom Menschen)[3], welche im kontinentalen Europa wiederum eher als Naturwissenschaft (physische Anthropologie) und als – heute nicht mehr gebräuchlicher – Teilbereich ethnologischer Feldforschung verstanden wird. Als Kulturanthropologie wird in Europa des Weiteren die Volkskunde verstanden, die auch als Europäische Ethnologie bezeichnet wird. Die Fachgesellschaft der Ethnologinnen und Ethnologen in Deutschland ist die Deutsche Gesellschaft für Sozial- und Kulturanthropologie.
エスノロジー(古代ギリシャ語 ἔθνος éthnos、ドイツ語「Volk, Volksstamm」、-logie「Lehre」に由来、かつては民族学、今日では社会人類学・文化人類学とも)とは、人間のライフスタイルの多様性 を現代的・歴史的観点から探求する実証的・比較的な社会・文化科学である。

もともとは、世界約1300の民族と先住民[1]の共存に焦点を当てた学問であった。今日では、最も多様な社会集団や団体の文化的実践や考え方が研究の中 心となっており、政治的・経済的構造との関連も常に検討されている。そのため現代人類学は、例えば制度や組織、現代産業社会における生活文脈、都市空間 [2]、あるいは移住との関連も探求する。

現地調査という方法を用いて研究対象の集団や人々の生活や行動に没入することで、人類学は彼らの世界に対する特異な理解を読み解き、しばしば他の文化的文 脈や社会集団と比較しながらそれを説明することを目的としている。原則として、人類学は理論や概念の検証に重点を置くのではなく、理論の生成とそれに伴う 意味の文脈の説明に重点を置く。今日、フィールド調査は国境を越えたオンライン・コミュニティ(ネットノグラフィ)とも関連して行われている。

民族学はまず民族学博物館で生まれ、19世紀末から大学で独立した科目として教えられてきた。アングロサクソンの世界では、民族学は人類学(人間の科学) の一分野と考えられており[3]、ヨーロッパ大陸では自然科学(物理人類学)および民族学的野外調査の一分野として理解されているが、現在では使用されて いない。ヨーロッパでは、文化人類学は民俗学としても理解されており、ヨーロッパ民族学とも呼ばれている。ドイツの民族学者の専門家団体はドイツ社会文化 人類学会(German Society for Social and Cultural Anthropology)である。
Fachwissenschaft und Selbstverständnis
Was ist Ethnologie?
Definitionen von Ethnologie überschneiden sich häufig mit Anthropologie:

Thomas Hylland Eriksen: „Anthropologie ist das vergleichende Studium des kulturellen und sozialen Lebens. Ihre wichtigste Methode ist die teilnehmende Beobachtung, welche aus lange andauernder Feldforschung in einem besonderen sozialen Umfeld besteht.“
Claude Lévi-Strauss: „Die Anthropologie hat die Menschheit zum Subjekt ihrer Forschung, aber anders als andere Wissenschaften vom Menschen, versucht sie ihr Objekt mittels unterschiedlichster Manifestationen zu erfassen.“
Clifford Geertz: „Wenn wir entdecken wollen, was den Menschen ausmacht, können wir das nur finden in dem, was die Menschen sind: Und was die Menschen sind, ist höchst unterschiedlich. Indem wir die Verschiedenheiten verstehen – ihr Ausmaß, ihre Natur, ihre Basis und ihre Implikationen – können wir ein Konzept der menschlichen Natur erstellen, mehr ein statistischer Schatten als ein primitivistischer Traum, das beides beinhaltet: Substanz und Wahrheit.“
Panoff und Perrin: Die Ethnologie im engeren Sinne bemüht sich um „synthetische Studien und theoretische Schlußfolgerungen“[4] aus ethnographischen Dokumenten, die ihr durch die Arbeit der Sozial- und Kulturanthropologen in deren Feldforschung und allgemeinen Problemstudien zur Verfügung gestellt werden.[5]
Perspektiven
Das Fach pflegt bestimmte Perspektiven, mit denen es sich von anderen sozial- und kulturwissenschaftlichen Disziplinen unterscheidet und gleichzeitig fundamentale Impulse für diese gesetzt hat.

Klassischerweise spielte vor allem der Blickwinkel von innen (auch emische Perspektive) eine wichtige Rolle, d. h. der Versuch, die innere Wirklichkeit eines kulturellen Zusammenhangs und seiner Mitglieder nachzuvollziehen und zu erklären.

Lange Zeit richtet die Ethnologie ihren Fokus zudem auf vorwiegend machtlose und unterprivilegierte Gruppen (etwa von Minderheitengruppen, Kolonisierten oder Marginalisierten). Heute werden dagegen zunehmend auch sozial besser gestellte Gruppen (z. B. gesellschaftliche Eliten) untersucht.

Drittens wurde klassischerweise v. a. das Fremde untersucht, während das Eigene erst langsam ins Blickfeld der Ethnologie rückt. Dabei wurde häufig angenommen, dass das Fremde wie das Eigene und die Grenze dazwischen als gegeben und als selbstverständlich vorliegen. Heute wird, in Anlehnung an Fredrik Barths Ethnizitätstheorie, zunehmend auch auf den Grenzziehungsprozess zwischen der Wahrnehmung des kulturell Eigenen und der des kulturell Fremden hingewiesen (z. B. im Kontext von ethnisch-kulturellen oder nationalen Identitätspolitiken). Des Weiteren wird gezeigt, dass solche Grenzziehungen im Kontext von Globalisierung und Migration oft fließend und zudem untrennbar mit anderen Differenzkategorien (wie sozialer Status oder Geschlecht) verwoben sind.

Zentral ist für das Fach schließlich sein selbstreflexiver Blick, der sowohl die eigenen methodischen Verfahren als auch die Positionalität der Forschenden in Bezug auf die ethnologische Wissensproduktion konsequent überprüft.

Wissenschaftsgeschichte
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Ethnologie als ein Nischenfach. Sie hatte vor allem jene Völker und Kulturen zum Gegenstand, die von bereits länger etablierten Wissenschaften (Geschichte, Philologie, Indologie usw.) nicht erforscht wurden, mit denen aber vor allem europäische Kolonisatoren, Missionare und Reisende sehr oft zu tun hatten.

Seitdem das Fach gegen Ende des 19. Jahrhunderts Einzug in die Universitäten hielt, erwies sich die Definition seines Gegenstandes als schwierig. Sie geschah meist defensiv in Abgrenzung zu anderen Wissenschaften. Die erforschten Gesellschaften wurden oft nur durch das bestimmt, was ihnen im Gegensatz zu staatlich verfassten fehlte. Deshalb wurden vor allem folgende Negativ- bzw. Mangeldefinitionen des Gegenstandes gewählt:

nichtentwickelte (= primitive) Kulturen,
schriftlose Kulturen
nichtindustrielle Kulturen
nichtstaatliche Kulturen
„savages“, „sauvages“, „Wilde“, also nach europäischen Maßstäben nicht zivilisierte, im „Naturzustand“ befindliche Kulturen
geschichtslose und damit der Tradition verhaftete unmoderne Kulturen
nichtentfremdete oder von der eigenen westlichen Zivilisation unberührte Kulturen
nichteuropäische Kulturen
Oft wurden besonders auch diejenigen Gesellschaften untersucht, bei denen man davon ausging, dass sie vom Aussterben bedroht seien. Zusammenfassend und positiv gewendet lässt sich sagen, dass sich mit der Ethnologie eine Wissenschaft herausbildete, die zum allergrößten Teil stabile, überschaubare Kleingruppen im Zentrum hat, die sich durch hohe Kommunikationsdichte aller abhängigen Gesellschaftsmitglieder auszeichnen (Face-to-Face-Beziehungen) und sehr oft verwandtschaftlich oder quasi-verwandtschaftlich organisiert sind. Auch wenn sich Kleingruppen innerhalb von größeren gesellschaftlichen Verbänden organisieren, sind sie öfter ein Gegenstand ethnologischer Erforschung (Urbanethnologie, Unternehmensethnologie).

Vor allem in Kleingruppen kann man mit der Methode der teilnehmende Beobachtung zu sinnvollen und modellhaften Aussagen gelangen, ohne dabei statistische und quantitative Verfahren anwenden zu müssen. Durch die weitgehende und oft lange währende Unabhängigkeit der untersuchten Gruppen wurde einerseits eine holistische Perspektive möglich, in der ähnlich der Soziologie das Ganze einer Gesellschaft in den Blick genommen werden kann, während sie andererseits breiteste Vergleichsmöglichkeiten bieten, da in den Ethnographien ein riesiger Erfahrungsschatz unterschiedlichster menschlicher Lebensformen ausführlich verschriftlicht wurde. Die Ethnologie eignet sich damit besonders gut für den Test von Generalisierungen.

Ethnologie und Europäische Ethnologie
Eine deutsche Besonderheit war die Volkskunde, die an deutschsprachigen Hochschulen als eigenständiges Fach auch unter den Namen Europäische Ethnologie oder Kulturanthropologie geführt wird. Die Volkskunde untersucht das Andere in der eigenen (deutschen bzw. europäischen) Kultur und betont in ihrer Herangehensweise Phänomene des Alltags. Der Schwerpunkt liegt dabei im europäischen Raum, wobei Prozesse wie Globalisierung oder Transnationalisierung den Blick über die Grenzen Europas hinweg notwendig gemacht und zu einer größeren Schnittmenge mit der Ethnologie geführt haben. Diese bis heute anhaltenden inhaltlichen wie methodischen Annäherungen haben in den letzten Jahren zu Debatten um die Trennlinien der beiden Fächer geführt.[6]

Forschungsfelder der Ethnologie
Die Ethnologie bezieht fast alle gesellschaftswissenschaftlichen Themen als Unterdisziplin ein, daneben auch naturwissenschaftliche Aspekte wie Ethnopharmazie oder Ethnomathematik. Die Ethnologie erhebt damit den Anspruch einer interdisziplinären Grund- oder Leitwissenschaft,[7] weil die erforschten Gesellschaften aufgrund ihrer großen historischen oder räumlichen Trennung sehr weitreichende kulturelle Vergleiche erlauben. So ergibt sich ein besonders guter Überblick über die gegenseitigen Abhängigkeiten und Beeinflussungen gesellschaftlicher Subsysteme, die sonst meist nur einzeln untersucht werden.

Als wichtigste, heute an den Universitäten gelehrte Fachbereiche der Ethnologie gelten:

Wirtschaftsethnologie (wirtschaftliche Organisation)
Ethnosoziologie (soziale Organisation, britisch: social anthropology)
Politikethnologie (politische Organisation)
Religionsethnologie
Rechtsethnologie
Medizinethnologie
Musikethnologie
Verwandtschaftsethnologie
Gender Studies (Geschlechterforschung)
Visuelle Anthropologie (Medieneinsatz)
Aktionsethnologie (eingreifend)
Weitere Forschungsfelder sind beispielsweise die Ethnolinguistik, Ethnomedizin (mit Ethnopharmakologie, Ethnopharmazie, Ethnopsychiatrie, Ethnopsychoanalyse), Ethnoökologie, Ethno-Zahnmedizin, Kognitionsethnologie, Kunstethnologie, Ethnopädagogik und interkulturelle Kommunikation (siehe auch Themenliste: Fachgebiete der Ethnologie).

Teilweise werden ethnologische Fachgebiete heute auch mit dem Zusatz Anthropologie (Menschenkunde) bezeichnet, so wird beispielsweise die Wirtschaftsethnologie auch unter der Bezeichnung ökonomische Anthropologie geführt und es gibt die Religionsanthropologie, die Rechtsanthropologie oder die Musikanthropologie.


専門性と自己イメージ
人類学とは何か?
民族学の定義は、しばしば人類学と重なる:

トーマス・ヒランド・エリクセン:「人類学は文化的・社会的生活の比較研究である。その最も重要な方法は参与観察であり、特定の社会環境における長期的な 実地調査である。"
クロード・レヴィ=ストロース:"人類学は人類を研究対象としているが、他の人間科学とは異なり、多種多様な現れによってその対象を把握しようとする。"
クリフォード・ギアーツ:「人間性を構成するものを発見したいのであれば、人間とは何かということの中にしか見出すことはできない: そして、人々のありようは非常に多様である。その差異-その程度、性質、根拠、意味合い-を理解することによって、私たちは、原始主義者の夢というよりは 統計的な影にすぎないが、実質と真実の両方を含む人間性の概念を作り出すことができる。実質と真実
パノフとペリン:厳密な意味での人類学は、社会人類学者や文化人類学者のフィールドワークや一般的な問題研究によって得られた民族誌的資料から、「総合的 な研究と理論的な結論」[4]を導き出そうとするものである。
視点
この学問分野は、他の社会科学や文化科学の学問分野と一線を画すと同時に、その基本的な推進力ともなっている特定の視点を培っている。

すなわち、文化的背景とその構成員の内面的現実を理解し説明しようとする試みである。

長い間、人類学は主に力のない恵まれない集団(少数民族、植民地化された人々、社会から疎外された人々など)に焦点を当ててきた。しかし今日では、社会的 に恵まれた集団(社会的エリートなど)を分析することが増えている。

第三に、伝統的に研究されるのは主に外国人であり、自国人は人類学の焦点に少しずつ入ってきているにすぎない。外国と見慣れたもの、そしてその境界線は、 しばしば与えられたものであり、当然のものとされてきた。今日では、フレデリック・バルトのエスニシティ論に倣い、文化的に自国のものと文化的に外国のも のとの認識の間に境界線を引くプロセスに注目が集まっている(例えば、民族文化や国家のアイデンティティ政治の文脈において)。さらに、このような境界線 は、グローバル化や移民の文脈ではしばしば流動的であり、また他の差異のカテゴリー(社会的地位やジェンダーなど)とも表裏一体であることが示されてい る。

最後に、民族学の知識生産に関連して、自らの方法論的手続きと研究者の立場の両方を一貫して精査する、自己反省的な視点がこの学問分野の中心である。

科学の歴史
19世紀、民族学はニッチな学問として発展した。この学問は、歴史学、言語学、印度学など、より長い歴史を持つ科学では研究されてこなかった民族や文化に 主眼を置いていたが、特にヨーロッパの植民者、宣教師、旅行者がしばしば扱わなければならなかった。

19世紀末にこの学問が大学に導入されて以来、その主題を定義することは困難であった。ほとんどの場合、他の科学に対抗して防衛的に行われた。研究される 社会は、国家が組織する社会とは対照的に、欠けているものによってのみ定義されることが多かった。そのため、以下のような否定的な、あるいは欠落した定義 が選ばれた:

非発達(=原始)文化、
非文字文化
非工業化文化
非国家文化
「野蛮人"、"sauvages"、"savages"、すなわち、ヨーロッパの基準では文明化されておらず、"自然の状態 "にある文化。
歴史を持たず、伝統に縛られた非近代文化
非西洋文化圏、または自国の西洋文明に触れていない文化圏
非ヨーロッパ文化
特に、絶滅の危機に瀕していると考えられる社会がよく分析された。まとめると、人類学は、安定した管理可能な小集団を中心とした科学に発展したと言える。 小集団は、社会のすべての依存的な構成員間の高度なコミュニケーション(対面関係)を特徴とし、親族関係や準親族関係に基づいて組織されていることが非常 に多い。小集団がより大きな社会団体の中に組織されている場合でも、しばしば民族学的研究(都市民族学、ビジネス民族学)の対象となる。

特に小集団では、統計的・定量的手法を用いなくとも、参与観察という手法によって、意味のあるモデル的な記述を導き出すことができる。一方では、調査対象 集団の広範かつしばしば長期にわたる独立性によって、社会学と同様に社会全体を考慮に入れた総合的な視点が可能になり、他方では、最も多様な形態の人間生 活に関する膨大な経験がエスノグラフィに詳細に書き記されているため、比較のための最も幅広い可能性が提供される。したがって民族学は、一般化を検証する のに特に適している。

民族学とヨーロッパ民族学
ドイツの専門は民族学であり、ドイツ語圏の大学ではヨーロッパ民族学または文化人類学という名称で独立した科目としても教えられている。民俗学は自国(ド イツまたはヨーロッパ)の文化における他者を研究し、そのアプローチにおいて日常的な現象を重視する。ここではヨーロッパに焦点を当てているが、グローバ リゼーションやトランスナショナリズムのようなプロセスによって、ヨーロッパの国境を越えて視野を広げる必要が生じ、民俗学との重なりが大きくなってい る。このような内容や方法論の収斂は現在も続いており、近年では2つの学問分野の境界線に関する議論につながっている[6]。

人類学の研究分野
民族学は、ほとんどすべての社会科学のトピックを下位学問分野として含み、民族薬学や民族数学のような自然科学の側面も含んでいる。そのため民族学は、学 際的な基礎科学または先導的な科学であると主張する[7]。その結果、通常は個別にしか分析されない社会的サブシステムの相互依存や影響について、特に優 れた概観を得ることができる。

今日、大学で教えられている人類学の最も重要な分野は以下の通りである。

経済人類学(経済組織)
民族社会学(社会組織、英:社会人類学)
政治人類学(政治組織)
宗教人類学
法人類学
医療人類学
民族音楽学
民族形態学
ジェンダー学(ジェンダー研究)
視覚人類学(メディアの利用)
行動人類学(介入)
その他の研究分野としては、民族言語学、民族医学(民族薬理学、民族薬学、民族精神医学、民族分析学を含む)、民族生態学、民族歯科学、認知人類学、芸術 人類学、民族教育学、異文化間コミュニケーションなどがある(トピック一覧:人類学の専門分野も参照)。

今日、民族学の一部の専門分野は人類学(人間学)とも呼ばれている。例えば、経済人類学は経済人類学とも呼ばれ、宗教人類学、法人類学、音楽人類学なども ある。
Methoden
Die ersten Berichte über fremde Kulturen enthielten in den meisten Fällen erhebliche Verfälschungen der realen Verhältnisse, da die Berichterstatter ihre subjektiven Eindrücke eurozentrisch im Vergleich mit der christlich-europäischen Tradition bewerteten – die sie für die einzig zivilisierte Sichtweise hielten. Häufig wurden daher besonders fremdartige Phänomene (ritueller Kannibalismus, Menschenopfer, außergewöhnliche Physiognomie der Menschen usw.) über alle Maßen hervorgehoben.[8] Die Forschungsreisenden, Abenteurer, Kolonialbeamten, Kaufleute und Missionare, die die Kolonien bereisten, hatten noch keinerlei Vorstellung von modernem wissenschaftlichen Arbeiten und verbreiteten daher verzerrte ethnographischen Aufzeichnungen.[9] Dessen ungeachtet griffen Ethnologen bis in das frühe 20. Jahrhundert auf solche Daten zurück. Seit den 1920er Jahren erheben sie diese Daten zumeist selbst. Die Ethnologie gewann früher vor allem materielle Daten, es wurden ethnographische Objekte und weniger die orale Kultur (Erzählungen, Mythen) ausgewertet. Der materielle Schwerpunkt ergab sich aus der Tatsache, dass die meisten Ethnologen nicht wie heute an Universitäten tätig waren, sondern an Museen.

Heute ist das bedeutendste Verfahren zur Datenerhebung die ethnologische Feldforschung. Die charakteristischste Methode während des Feldaufenthaltes ist die teilnehmende Beobachtung, worunter die Integration des Forschers in das Leben einer Gruppe gefasst wird, um ihren Alltag wirklich zu verstehen. Die langanhaltende Augenzeugenschaft vor Ort ist für alle Ethnologen – sofern sie sich nicht kulturhistorischen Fragestellungen (einer der Feldforschungsethnologie gleichwertigen Ausrichtung) verschrieben haben – eine unabdingbare Grundlage der Forschung. Dies unterscheidet die Ethnologie auch von anderen Disziplinen wie den Cultural Studies, die sich zumeist der Analyse von Medienerzeugnissen zuwenden, und von der qualitativ arbeitenden Soziologie, die allenfalls Interviews durchführt.

In der Zeit der Feldforschung leben Ethnologen und Ethnologinnen eng mit der örtlichen Bevölkerung zusammen und lernen deren Alltag kennen. Die Besonderheit dieser Methode ist das kommunikationsgeleitete Vorgehen, um sich bei der Arbeit von den Begegnungen vor Ort leiten zu lassen. Dies führt im Übrigen dazu, dass das Fach weniger theoriegeleitet arbeiten kann als etwa die Nachbardisziplinen: aus dem Felde selbst ergeben sich und häufig erst die letztendlich relevanten theoretischen Fragestellungen – und die Forschungsergebnisse.

Jegliche Feldforschung führt unvermeidbar zu einer Beeinflussung der beobachteten Menschen. Um dies möglichst gering zu halten, hat etwa der Soziologe Roland Girtler 2001 „zehn Gebote der Feldforschung“ formuliert:[10]

Anerkennung von Sitten und Regeln;
Großzügigkeit und Unvoreingenommenheit, Erkennung fremder Werte und Grundsätze, die nicht die eigenen sind;
nicht lästern und abfällig über Gastgeber reden;
Wissen über Geschichte und soziale Verhältnisse;
Wissen über geographische Gegebenheiten;
Bericht über Erlebtes möglichst ohne Vorurteile, Anlegen eines Forschungstagebuchs über Gedanken, Probleme, Freuden, Leiden, Ärgernisse etc.;
Menschen nicht als bloße Datenlieferanten sehen und behandeln;
Bemühung Gesprächspartner einigermaßen einzuschätzen, um nicht reingelegt oder bewusst belogen zu werden;
nicht als Missionar oder Sozialarbeiter aufspielen, nicht erzieherisch einwirken;
gute Konstitution, Fähigkeit jederzeit zu essen, zu trinken und zu schlafen.
Neben dieser sehr zeitaufwändigen Forschung kommen verschiedene weitere qualitative Techniken der Datengewinnung zum Einsatz: ethnographische Interviews, die strukturiert, halbstrukturiert und offen sein können, Experten- und Fokusgruppengespräche, systematische Beobachtungen, biographische Methoden (siehe auch Ethnographische Methoden). Das Erlernen der im Forschungsgebiet gesprochenen Sprache(n) wird als unabdingbar angesehen. Entsprechend der Ausrichtung aktueller Fragestellungen auf die Verbindungen und Verflechtungen zwischen unterschiedlichen Orten hat sich auch die Forschung an mehreren Orten (multi-sited ethnography) als eine mögliche Vorgehensweise etabliert.
方法
たいていの場合、外国文化に関する最初の報告には、現実の状況に対するかなりの歪曲が含まれていた。というのも、報告者たちは、自分たちの主観的な印象 を、キリスト教とヨーロッパの伝統と比較して、ヨーロッパ中心主義的に評価したからである。その結果、特に異質な現象(儀式的なカニバリズム、人身御供、 異常な人相など)が強調されることが多かった[8]。植民地を旅した探検家、冒険家、植民地当局者、商人、宣教師は近代的な科学的研究を知らなかったた め、歪曲された民族誌の記録を流布した[9]。それでも民族学者は20世紀初頭までこうしたデータを利用し続けた。1920年代以降、民族学者はこのデー タをほとんど自分たちで収集するようになった。かつて民族学は主に物質的なデータを収集しており、口承文化(物語や神話)よりもむしろ民族誌的なモノが分 析されていた。物的データに重点を置いたのは、ほとんどの民族学者が今日のように大学ではなく、博物館で研究していたからである。

今日、データ収集の最も重要な方法は民族学的フィールド調査である。現地調査において最も特徴的な方法は参加者観察であり、彼らの日常生活を本当に理解す るために、研究者を集団の生活に溶け込ませる。すべての民族学者にとって、文化史的な問題(現地調査民族学に相当する方向性)に専心しているのでない限 り、現地での長期にわたる目撃体験は研究の不可欠な基礎である。このこともまた、人類学を、メディア製品の分析に主眼を置くカルチュラル・スタディーズ や、インタビューがせいぜいである質的社会学といった他の学問分野と区別している。

現地調査では、民族学者は現地の人々と密接に生活し、彼らの日常生活を知ることになる。この手法の特徴は、コミュニケーション主導のアプローチにあり、現 場での出会いが作業を導く。このことはまた、例えば近隣の学問分野に比べて、理論主導型ではない方法で研究を進められることを意味する。最終的に関連する 理論的な疑問、そして研究結果は、しばしば現場そのものから生まれる。

どのようなフィールド調査であっても、観察される人々への影響は避けられない。これを最小限に抑えるために、例えば社会学者のローランド・ガートラーは 2001年に「フィールド調査の10の戒め」を策定している[10]。

慣習やルールの認識;
寛大さと公平さ、自分とは異なる他者の価値観や原則を認めること;
ホストを冒涜したり中傷したりしないこと;
歴史と社会情勢に関する知識;
地理的条件についての知識;
可能であれば偏見を持たずに経験を報告し、考え、問題、喜び、悲しみ、迷惑などを研究日記としてつけること;
人を単なるデータ提供者と見なさない、扱わない;
意図的に嘘をつかれたり、騙されたりしないよう、ある程度インタビュー対象者を見極める努力をすること;
宣教師やソーシャルワーカーとして活動したり、教育的な影響を与えたりしないこと;
体質がよく、常に飲食と睡眠ができること。
構造化、半構造化、公開形式のエスノグラフィック・インタビュー、専門家によるグループ・ディスカッション、フォーカス・グループ・ディスカッション、系 統的観察、伝記的手法(エスノグラフィック手法の項も参照)。調査地域で話されている言語を学ぶことは不可欠である。現在、さまざまな場所のつながりや相 互依存関係に焦点をあてた研究が行われており、マルチサイトによるエスノグラフィも可能なアプローチとして確立されてきている。
Geschichte
Fachgeschichte
Antike bis frühe Neuzeit
Ethnologie – in einem weiteren Sinn Ethnographie (d. h. die Beschreibung fremder Völker) – wurde schon in der griechischen und römischen Antike betrieben. Im 5. Jahrhundert v. Chr. gab Herodot von Halikarnassos bereits eine ausführliche und empirisch gestützte Darstellung der Völker der damals bekannten Welt und ihrer Sitten. Beschreibungen anderer Kulturen finden sich auch bei Platon, Aristoteles und anderen.

Herodot (490–425 v. Chr.) war ein Geschichtsschreiber, der Reisen in den anatolischen, syrisch-irakischen und arabischen Raum unternahm. Seine Schriften gelten als wichtige Quelle für die Geschichte der Antike. Herodot schrieb im fünften Jahrhundert vor Christus in den Historiai über die „barbarischen“ Stämme im Norden und Osten der griechischen Halbinsel, im Vergleich zu den Gewohnheiten und Vorstellungen der Athener.
Tacitus (ca. 56 bis ca. 120): De origine et situ Germanorum
Marco Polo (1254–1324): Le divisament dou monde / Il Milione
Ibn Chaldun (1332–1406): Muqaddima
Zwei theologische Schulen prägten Universalideen:

Die augustinische Schule: Augustinus (354–430) setzt alle Probleme des Lebens in Rückverbundenheit zu Gott in Beziehung. Die unmittelbare Macht der Kirche – deus et anima – schafft einen Weg zur theokratischen Gesellschaftsordnung. Aegidius Humanus denkt, jeder Ungläubige lebe in Feindschaft mit Gott. Dieses „Heidenproblem“ spricht Ungläubigen jeden Besitz ab, weil alles „von Gott“ sei. Papst Innozenz IV. legitimiert Gewalt gegen „Heiden“, erkennt den Nicht-Christen die Staatenbildung ab, meint aber, dass der freie Wille ein Naturgesetz sei. Durch die Unterordnung unter die Gewalt des Papstes sei den Menschen Wille und Menschsein zuerkannt. So verlasen die Entdecker entsprechende Texte, die für indigene Kulturen als Handlungsvorlage dienen sollten. Wenn die Entdeckten nicht nach christlichen Vorgaben handelten, war Gewalt legitimiert.
Die thomistische Schule: Thomas von Aquin (1225–1274) sah Gott als Ursache der Welt, die Macht der Kirche als mittelbar. Gott existiere im aristotelischen Denken, das auf Erfahrung beruht, aufgrund der Existenz der Welt. Die Bewegung der Welt und die Rechtsordnung fußten auf Erfahrung. Persönliche Freiheit, Eigentumsrecht und Eigenstaatlichkeit galten ihm als Naturrechte.
1537: Die Bulle Sublimus Dei des Papstes Paul III. bezeichnet die Entdeckten als veri homines, als wahre Menschen also, die für die Christenheit gewonnen und missioniert werden können. Die absolute Stellung der Kirche, die alle Entdeckungen sowie herrschaftliche Entscheidungen für sich beansprucht, führt nach dem Investiturstreit zu einer Konfrontation der kirchlichen und weltlichen Macht.
José de Acosta (1540–1600): Auf der Grundlage einer umfassenden humanistischen Bildung schuf der Jesuit José de Acosta mit seiner Historia natural y moral de las Indias ein herausragendes Werk, das unvoreingenommen über die „neue Welt“ und ihre Bewohner informiert und die amerikanischen Kulturen mit den europäischen vergleicht und in Beziehung setzt.
Neben den oben genannten abendländischen Schulen müssen auch Traditionen bedacht werden, die in anderen Kulturkreisen wurzeln. Dazu gehört die Wahrnehmung des Fremden durch jene Kulturen, denen sich die Ethnologie traditionellerweise zuwendet. Fritz W. Kramers Arbeit Der rote Fes über die Wahrnehmung europäischer Invasoren durch afrikanische Stämme ist ein Werk, das sich solchen Spiegelungen exemplarisch zuwendet.

Frühe Neuzeit bis heute
15. bis 17. Jahrhundert
Europa war eine religiöse, aber keine politische Einheit. Die Wertegemeinschaft des Christentums wirkte der politischen Uneinigkeit Europas entgegen. Daher hat Glaube auch heute noch politische Bedeutung. Die spanische Inquisition stellte das Christentum als den rechten Glauben dar und hoffte auf diese Weise das Maurenproblem zu lösen. 1492 wurde das letzte maurische Königreich zerstört, Amerika von Christoph Kolumbus wiederentdeckt, und 1610 erfolgten die letzten Vertreibungen von Mauren aus Spanien. Spanier und Portugiesen reisten nach Afrika, Indien, Mittel- und Südamerika, um Rohstoffe, Gold und Reichtümer zu rauben. Das Christentum sollte verbreitet werden. Nach den Entdeckungen überwog eine eurozentristische Sichtweise, die bis ins 20. Jahrhundert von Forschern und Kolonialisten nur wenig hinterfragt wurde.

Bernardino de Sahagún (1499–1590) thematisiert in der Historia general de las cosas de Nueva Espana Bräuche, Praktiken, Promiskuität und Kannibalismus.

Hans Staden (ca. 1525 – ca. 1576) schrieb 1557 die Wahrhaftige Historia und unterstützte das feindliche Verhalten gegenüber Wilden, die mit brutaler Härte als Nicht-Menschen angesehen wurden. Staden stand auf Seiten der Kirche.

Verzerrte Darstellungen aus dieser Zeit schilderten Nacktheit, Kannibalismus und Promiskuität. Aus Vermutungen und Phantasien entstanden nachteilige Darstellungen, zum Beispiel auch auf Stichen. Kannibalen in Naturvölkern seien nicht missionierbar, Wilde nicht für das Christentum gewinnbar. Die weltanschauliche Botschaft verhinderte eine gegenseitige Achtung und überwand die Tötungshemmung.

Weitere Beispiele sind Thomas Hobbes (1588–1679) Leviathan (1649/1651), Antonio de Oliveira de Cadornega (1610–1690), Joseph-Francois Lafiteau (1681–1746), Jean-Jacques Rousseau über den Contrat Social (1762). Der Afrikaforscher Samuel Braun (1590–1668) war in seiner Reisebeschreibung von 1624 unvoreingenommener.

18. Jahrhundert
Die Ethnologie als eigenständige Wissenschaft entstand in der deutschen und russischen Aufklärung. Sie wurde im 18. Jahrhundert von Historikern, Geographen und Linguisten als eine „Wissenschaft der Völker“ (gr. ethnos ‚Volk‘) entwickelt. Als Begründer der Ethnographie kann der Historiker Gerhard Friedrich Müller (1705–1783) betrachtet werden. Müller führte im Auftrag der Russischen Zarin Katharina II. (1729–1796) als Teilnehmer an der Zweiten Kamtschatkaexpedition (1733–1743) historische, geographische, ethnographische, linguistische und archäologische Forschungen in Sibirien durch. Er berief sich auf Joseph François Lafitaus (1681–1746) komparative Zielsetzung und entwickelte ein Programm zur „Beschreibung der sibirischen Völker“, mit dem Ziel, sie untereinander und mit Völkern anderer Weltteile zu vergleichen. Dieses Programm bezeichnete er 1740 als „Völker-Beschreibung“. Müller setzte es während der Expedition mit anderen Wissenschaftlern in die Praxis um und entwickelte Methoden für die Feldforschung und den Umgang mit Informanten. Die von den Expeditionsteilnehmern gesammelten Naturalien und Artefakte wurden in der (1714 gegründeten) Kunstkammer archiviert. Müller steht damit am Anfang einer neuen Tradition, der Ethnographie, und sah diese Wissenschaft als eine eigene Disziplin neben seinen beiden Hauptfächern Geschichte und Geographie.

Der Historiker August Ludwig Schlözer (1735–1809) formulierte 1771–1772 in Göttingen eine allgemeine „Völkerkunde“ und entwarf eine „ethnographische Methode“ der Geschichte. Göttingen hatte Verbindungen sowohl mit Russland und Osteuropa als auch mit England und wurde zum Ausstrahlungszentrum der neuen Wissenschaft. Um 1780 prägte der Historiker Adam Franz Kollár (1718–1783) in Wien den Begriff „Ethnologie“ und gab 1783 die erste Definition: “ethnologia […] est notitia gentium populorumque” (deutsch: „Ethnologie ist das Studium der Völker und Nationen“). Schlözer betrachtete die Völkerkunde als Teil einer globalen Weltgeschichte, in der alle Völker miteinander verbunden waren.

Während die Ethnographie in der deutsch-russischen Frühaufklärung entstand, trat die Ethnologie aus der deutsch-österreichischen Spätaufklärung hervor. Für Müller in Russland, Schlözer in Deutschland und Kollár in Österreich hatten die Fragen zur Zusammengehörigkeit der Völker große Bedeutung. Fast alle Forscher in Russland folgten den Anregungen von Gottfried Wilhelm Leibniz (1646–1716), dass nur ein Vergleich der Sprachen, nicht der Sitten, Aufschlüsse über die Herkunft und Verwandtschaft der Völker bringen könne.[11]

19. bis 21. Jahrhundert
Für die Neuzeit hat zunächst die Epoche der großen Entdeckungsreisen zu neuen Kontakten mit fremden Völkern geführt, die sich vielfältig in Reiseberichten und anderen Texten widerspiegeln, etwa bei Montaignes Über Kannibalen oder bei Montesquieu (1689–1755).

Im 19. Jahrhundert war die Völkerkunde vom Evolutionismus bestimmt, dessen Anliegen der Entwurf einer kulturellen Abfolge war. Oftmals stützten sich die Theorien nicht auf eigene Forschungen, sondern auf Berichte von Missionaren (Lehnstuhlethnologie).

In Deutschland arbeiteten die meisten Ethnologen des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts kulturhistorisch und versuchten, die Geschichte der schriftlosen Völker zu rekonstruieren. Dieses Interesse wurde in anderen akademischen Nationen nicht geteilt – so fragten etwa die britischen Social Anthropologists, die das Interesse an Geschichtlichem unwissenschaftlich empfanden, eher nach der Funktionsweise von Gesellschaften.

Neben den Kulturhistorikern (insbesondere die Wiener Schule um Pater Wilhelm Schmidt, aber auch weniger dogmatische, an Geschichte ausgerichtete Forscher) arbeiteten in Deutschland bis in die 1950er Jahre hinein vor allem kulturmorphologisch ausgerichtete Ethnologen (in der Tradition von Leo Frobenius). Die ethnosoziologische Ausrichtung Richard Thurnwalds, die seit den 1960er-Jahren durch seinen Schüler Wilhelm Emil Mühlmann einflussreich geworden ist, spielte bis dahin in Deutschland eher eine geringe Rolle.

In der Zeit des Nationalsozialismus war die deutschsprachige Ethnologie rassistisch und teilweise esoterisch ausgerichtet.[12]

Obwohl schon frühere Ethnologen feldforschend tätig waren, begründete erst Bronisław Malinowski (1884–1942) die Forschungsmethode der teilnehmenden Beobachtung, die auch heute noch für das Fach wesentlich ist, als zentrale Zugangsweise des Faches.

Die Ethnologie war lange eine europäisch geprägte Wissenschaft und hat ihre wichtigsten Exponenten in einigen jener Staaten gefunden, die rund um die Welt Macht beansprucht haben, vor allem Russland, England und Frankreich. Somit trägt sie beispielhaft den Vorwurf des Eurozentrismus aus. Heute wird das Fach maßgeblich von der amerikanischen Kulturanthropologie beeinflusst, so dass eher von einem „Amerozentrismus“ als von einem Eurozentrismus gesprochen werden kann. Mittlerweile haben sich in den Ländern außerhalb Europas bedeutende eigene Ethnologien entwickelt (etwa in Indien, Brasilien und Japan). Völkerkundler aus dem Globalen Süden werden in der weltweiten fachlichen Auseinandersetzung immer gegenwärtiger. Als Gegenkonzept zum Ethnozentrismus wurde die Interkulturalität entwickelt.

Heute wird die Bezeichnung „Völkerkunde“ meist vermieden, weil der Fokus der Forschung weniger auf Völkern liegt (die lange als naturgegebene Gemeinschaften verstanden wurden) denn auf Ethnien als „imaginierten Gemeinschaften“.[13]

Theoriegeschichte
Die Ethnologie arbeitet heute eher theorieerforschend und -schaffend als theorieprüfend: während die meisten anderen Disziplinen Theorien entwickeln und diese dann auf die empirische Realität anwenden, geht die Ethnologie den entgegengesetzten Weg und entwickelt ihre Theorien aus dem empirischen Material heraus. Bedeutende Theorien in der Fachgeschichte: Analytische Ethnologie, Evolutionismus, Diffusionismus, Funktionalismus, Strukturfunktionalismus, Strukturalismus, Neoevolutionismus, Kulturrelativismus, Kulturmaterialismus, Kognitive Ethnologie, Kulturökologie, Interpretative Ethnologie.

Personengeschichte
Wegbereiter
Michel de Montaigne (1533–1592)
Gottfried Wilhelm Leibniz (1646–1716)
18. Jahrhundert
Gerhard Friedrich Müller (1705–1783)
August Ludwig von Schlözer (1735–1809)
Adam František Kollár (1718–1783)
Georg Forster (1754–1794)
Johann Gottfried Herder (1744–1803), Hauptwerk: Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit (1784–1791)
19. Jahrhundert
Johann Jakob Bachofen (1815–1887)
Lewis Henry Morgan (1818–1881), Hauptwerk: Ancient Society (1877), deutsch Die Urgesellschaft
Adolf Bastian (1826–1905)
John Ferguson McLennan (1827–1881), schottischer Ethnologe
Andrew Lang (1844–1912)
Edward Burnett Tylor (1832–1917), Hauptwerk: Primitive Culture (1871) und Anthropology (1881)
Joseph-Anténor Firmin (1850–1911), Hauptwerk: De l’Égalité des Races Humaines (1885)
James George Frazer (1854–1941), Hauptwerk: The Golden Bough (1890), deutsch Der goldene Zweig
Frank Hamilton Cushing (1857–1900)
Lewis Henry Morgan (1818–1881)
Lewis Henry Morgan
(1818–1881)

 
Adolf Bastian (1826–1905)
Adolf Bastian
(1826–1905)

 
Edward Burnett Tylor (1832–1917)
Edward Burnett Tylor
(1832–1917)

 
James George Frazer (1854–1941)
James George Frazer
(1854–1941)

20. Jahrhundert
Lucien Lévy-Bruhl (1857–1939)
Franz Boas (1858–1942)
William Halse Rivers Rivers (1864–1922)
Frances Densmore (1867–1957)
Richard Thurnwald (1869–1954)
Marcel Mauss (1872–1950), Hauptwerk: Essai sur le don. Forme et raison de l’échange dans les sociétés archaïques (1923–1924), deutsch Die Gabe
Leo Frobenius (1873–1938)
Arnold van Gennep (1873–1957), Hauptwerk: Les rites de passage (1909)
Alfred L. Kroeber (1876–1960)
Fritz Graebner (1877–1934), Hauptwerk: Methode der Ethnologie (1911)
Alfred Radcliffe-Brown (1881–1955), Hauptwerk: The Andaman Islanders (1922)
Robert H. Lowie (1883–1957)
Edward Sapir (1884–1939)
Bronisław Malinowski (1884–1942), Hauptwerk: Argonauts of the Western Pacific (1922), deutsch Argonauten des westlichen Pazifiks
Ruth Benedict (1887–1948)
Adolf Ellegard Jensen (1899–1965), wesentliches Werk: Die getötete Gottheit. Weltbild einer frühen Kultur (1966)
Leslie White (1900–1975)
Margaret Mead (1901–1978)
Raymond Firth (1901–2002)
Julian Steward (1902–1972)
Edward E. Evans-Pritchard (1902–1973)
Gregory Bateson (1904–1980), Hauptwerk: Steps to an Ecology of Mind (1972)
Clyde Kluckhohn (1905–1960)
Meyer Fortes (1906–1983)
Kunz Dittmer (1907–1969), wesentliches Werk: Allgemeine Völkerkunde: Formen und Entwicklung der Kultur (1954)
Claude Lévi-Strauss (1908–2009), bekanntestes Werk: Tristes Tropique (1955), deutsch Traurige Tropen
Edmund Leach (1910–1989)
Fei Xiaotong (1910–2005), Hauptwerk: Xiangtu Zhongguo 鄉土中國, englisch From the Soil: The Foundations of Chinese Society
Max Gluckman (1911–1975)
Louis Dumont (1911–1998)
Victor Turner (1920–1983), Hauptwerk: The Ritual Process (1969)
Mary Douglas (1921–2007), Hauptwerk: Purity and Danger (1966)
Eric Wolf (1923–1999), Hauptwerk: Europe and the People Without History (1982)
Ernest Gellner (1925–1995), Hauptwerk: Nations and Nationalism (1983)
Clifford Geertz (1926–2006), Hauptwerk: The Interpretation of Cultures (1973)
Marvin Harris (1927–2001)
Pierre Clastres (1934–1977), Hauptwerk: La Société contre l’État (1974), deutsch Staatsfeinde: Studien zur politischen Anthropologie
Franz Boas (1858–1942)
Franz Boas
(1858–1942)

 
Leo Frobenius (1873–1938)
Leo Frobenius
(1873–1938)

 
Alfred Radcliffe-Brown (1881–1955)
Alfred Radcliffe-Brown
(1881–1955)

 
Bronisław Malinowski (1884–1942)
Bronisław Malinowski
(1884–1942)

Zeitgenössische Anthropologie (+)
Jack Goody (1919–2015)
Georges Balandier (1920–2016)
René Girard (1923–2015)
Fredrik Barth (1928–2016)
Marshall Sahlins (1930–2021), Hauptwerk: Stone Age Economics (1974)
Maurice Godelier (* 1934)
Marc Augé (1935–2023)
Maurice Bloch (* 1939)
Michael Taussig (* 1940)
Paul Rabinow (1944–2021), Hauptwerk: Essays in the Anthropology of Reason (1997), deutsch Anthropologie der Vernunft
George Marcus (* 1946)
Arjun Appadurai (* 1949), Hauptwerk: Modernity at Large (1996)
Philippe Descola (* 1949)
David Graeber (1961–2020)
Thomas Hylland Eriksen (* 1962)
(+) Auch wenn viele Institute im deutschsprachigen Raum 'Ethnologie' als Fachbezeichnung gewählt haben, soll die Bezeichnung 'Anthropologie' den gegenwärtig starken Einfluss der englischsprachigen anthropology beziehungsweise der französischsprachigen anthropologie reflektieren. Allerdings zeichnet sich auch im deutschen Sprachraum ein Bedeutungswandel ab, der einer bisher eher physisch-biologisch oder philosophisch verstandenen Anthropologie eine Sozial- und Kulturanthropologie gegenüberstellt.

Gegenwärtige deutschsprachige Ethnologen
Gerd Spittler (* 1939), Universität Bayreuth
Fritz W. Kramer (1941–2022), Hochschule für bildende Künste Hamburg
Michael Oppitz (* 1942), Universität Zürich
Georg Pfeffer (1943–2020), Freie Universität Berlin
Mark Münzel (* 1943), Philipps-Universität Marburg
Hans Peter Duerr (* 1943), Universität Bremen
Ute Luig (* 1944), Freie Universität Berlin
Bernhard Streck (* 1945), Universität Leipzig
Karl-Heinz Kohl (* 1948), Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Markus Schindlbeck (* 1949), Staatliche Museen Berlin
Thomas Bierschenk (* 1951), Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Günther Schlee (* 1951), Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung
Andre Gingrich (* 1952), Universität Wien
Carola Lentz (* 1954), Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Thomas Hauschild (* 1955), Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Christoph Antweiler (* 1956), Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Judith Schlehe (* 1956), Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Christian Rätsch (1957–2022), freiberuflicher Autor und Referent
Susanne Schröter (* 1957), Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Mareile Flitsch (* 1960), Universität Zürich
Michael Bollig (* 1961), Universität zu Köln
Dieter Haller (* 1962), Ruhr-Universität Bochum
Anka Krämer de Huerta (* 1962), Ludwig-Maximilians-Universität München
Bettina Beer (* 1966), Universität Luzern
Roland Hardenberg (* 1967), Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Matthias Krings (* 1967), Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Hansjörg Dilger (* 1968), Freie Universität Berlin
歴史
専門分野の歴史
古代から近世まで
民族学(広義には民族誌学)は、古代ギリシャやローマですでに実践されていた。紀元前5世紀、ハリカルナッソスのヘロドトスは、当時知られていた世界の民 族とその習慣について、詳細かつ経験に基づいた記述を行った。他の文化についての記述は、プラトンやアリストテレスなどにも見られる。

ヘロドトス(BC490-425)は、アナトリア、シリア・イラク、アラビア地方を旅した歴史家である。彼の著作は古代史の重要な資料とされている。紀元 前5世紀、ヘロドトスは『ヒストリアイ』の中で、ギリシャ半島の北部と東部の「野蛮」な部族について、アテネ人の習慣や考え方と比較して書いている。
タキトゥス(約56年~約120年): De origine et situ Germanorum
マルコ・ポーロ(1254-1324): 世界の分裂/ミリオーネ
イブン・チャルドゥーン(1332~1406年) ムカディマ
2つの神学学派が普遍的な思想を特徴付けた:

アウグスティヌス学派:アウグスティヌス(354-430)は、人生におけるすべての問題を神に帰する。教会の直接的な力-デウスとアニマ-は神権的な社 会秩序への道を創り出す。アエギディウス・ヒューマヌスは、すべての不信仰者は神と敵対して生きていると考える。この "異教徒の問題 "は、すべてのものは "神のもの "であるとして、不信心者の財産を否定する。教皇イノセント4世は「異教徒」に対する暴力を合法化し、非キリスト教徒が国家を形成する権利を否定するが、 自由意志は自然の法則であると信じる。教皇の権力に服従することで、人々は意志を持ち、人間であると認められたのだ。探検家たちは、先住民の文化の手本と なるテキストを読み上げた。探検家たちがキリスト教のガイドラインに従って行動しなければ、暴力が正当化された。
トミズム学派:トマス・アクィナス(1225-1274)は、神が世界の原因であり、教会の力は間接的なものであると考えた。経験に基づくアリストテレス 的思考では、神は世界の存在のために存在する。世界の動きや法制度は経験に基づいていた。彼は個人の自由、財産権、国家性を自然権とみなした。
1537年: 教皇パウロ3世の勅書Sublimus Deiは、発見された人々をveri homines、すなわちキリスト教に入信させ、布教することができる真の人間として記述する。すべての発見と主権的決定を自らのものとする教会の絶対的 な立場は、任命権論争以後、教会権力と世俗権力の対立につながった。
ホセ・デ・アコスタ(1540-1600): 総合的な人文主義教育に基づき、イエズス会のホセ・デ・アコスタは、「新大陸」とそこに住む人々について公平な情報を提供し、アメリカ文化とヨーロッパ文 化を比較・関連付けた『Historia natural y moral de las Indias』という傑出した著作を生み出した。
上記の西洋の流派に加え、他の文化に根ざした伝統も考慮しなければならない。これには、民族学が伝統的に注意を向けてきた文化圏における外国人の認識も含 まれる。フリッツ・W・クラマー(Fritz W. Kramer)の著作『赤いフェズ(Der rote Fez)』は、アフリカの部族がヨーロッパからの侵略者をどのように認識していたかを考察したもので、このような考察の模範となる著作である。

近世から現代
15世紀から17世紀
ヨーロッパは宗教的な存在ではあったが、政治的な存在ではなかった。キリスト教という価値共同体がヨーロッパの政治的不統一を打ち消した。そのため、信仰 は今日でも政治的な意味を持っている。スペインの異端審問はキリスト教を正しい信仰として提示し、ムーア人問題をこの方法で解決することを望んだ。 1492年、最後のムーア王国が滅ぼされ、クリストファー・コロンブスによってアメリカが再発見され、1610年にはスペインからムーア人が追放された。 スペイン人とポルトガル人はアフリカ、インド、中南米を旅し、原料、金、富を略奪した。キリスト教を広めるためだった。発見後、ヨーロッパ中心主義的な見 方が広まり、20世紀まで探検家や植民地主義者たちから疑問視されることはほとんどなかった。

ベルナルディーノ・デ・サハグン(1499-1590)は、『Historia general de las cosas de Nueva Espana(ヌエバ・エスパーニャの歴史)』の中で、風習、習慣、乱婚、カニバリズムを主題化している。

ハンス・シュターデン(1525年頃-1576年頃)は、1557年に『Wahrhaftige Historia』を著し、残忍なまでの過酷さで非人間とみなされた未開人に対する敵対的な行動を支持した。シュターデンは教会側だった。

この時代の歪曲された描写は、裸体、カニバリズム、乱交を描いている。悪意ある描写は、例えば彫刻のような思い込みや空想から生まれた。原始民族の食人は 布教できず、野蛮人はキリスト教に入信させられなかった。イデオロギー的なメッセージは相互尊重を妨げ、殺生への抑制を打ち消した。

他の例としては、トマス・ホッブズ(1588-1679)の『リヴァイアサン』(1649/1651)、アントニオ・デ・オリヴェイラ・デ・カドルネガ (1610-1690)、ジョセフ・フランソワ・ラフィトー(1681-1746)、ジャン=ジャック・ルソーの『社会契約』(1762)などがある。ア フリカ探検家のサミュエル・ブラウン(1590-1668)は、1624年の旅行記でより公平な意見を述べている。

18世紀
民族学はドイツとロシアの啓蒙主義時代に独立した学問として台頭した。18世紀には歴史学者、地理学者、言語学者によって「民族の科学」(ギリシャ語の ethnos「民族」)として発展した。歴史家ゲルハルト・フリードリヒ・ミュラー(1705-1783)が民族誌の創始者とされる。ミュラーはロシア皇 帝エカテリーナ2世(1729-1796)のために、第二次カムチャッカ探検隊(1733-1743)に参加し、シベリアで歴史学、地理学、民族学、言語 学、考古学の調査を行った。彼は、ジョセフ・フランソワ・ラフィトー(1681-1746)の比較の目的を参照し、「シベリア民族の記述」のためのプログ ラムを開発した。1740年、彼はこのプログラムを「民族の記述」と呼んだ。ミュラーは他の科学者たちとともに遠征中にこれを実践し、現地調査や情報提供 者への対応方法を開発した。探検隊員が収集した自然物や工芸品は、クンストカンマー(1714年設立)に保管された。こうしてミュラーは、民俗学という新 たな伝統の始まりに立ち、この学問を歴史学と地理学という2つの主要科目と並ぶ独立した学問分野と見なした。

歴史家のアウグスト・ルートヴィヒ・シュレーザー(1735-1809)は、1771年から1772年にかけてゲッティンゲンで一般的な「民族学」を確立 し、歴史学の「民族学的方法」を開発した。ゲッティンゲンはイギリスだけでなく、ロシアや東ヨーロッパともつながりがあり、新しい科学の影響力の中心地と なった。1780年頃、歴史家アダム・フランツ・コラール(1718-1783)がウィーンで「民族学」という言葉を作り、1783年に最初の定義を与え た:"ethnologia [...] est notitia gentium populorumque"(ドイツ語で「民族学は民族と国家の研究である」)。シュレーザーは民族学を、すべての民族がつながっている世界史の一部とみ なしたのである。

民族学がドイツ・ロシア初期の啓蒙思想の中で生まれたのに対し、民族学はドイツ・オーストリア後期の啓蒙思想の中で生まれた。ロシアのミュラー、ドイツの シュレッツァー、オーストリアのコラールにとって、民族がどのように共に属するかという問題は非常に重要であった。ロシアのほとんどすべての研究者は、風 習ではなく言語の比較のみが民族の起源と親族関係に関する情報を提供できるというゴットフリート・ヴィルヘルム・ライプニッツ(1646-1716)の提 案に従った[11]。

19世紀から21世紀
近代に入ると、当初は大航海時代に外国民族との新たな接触が始まり、それはモンテーニュの『食人族について』やモンテスキュー(1689-1755)のよ うな様々な旅行記やその他のテキストに反映されている。

19世紀、民族学は進化論に支配され、その目的は文化的順序を概説することにあった。その理論はしばしば独自の研究ではなく、宣教師からの報告に基づいて いた(領地民族学)。

ドイツでは、19世紀末から20世紀初頭にかけて、ほとんどの民族学者が文化史の分野で研究を行い、文字を持たない民族の歴史を再構築しようとした。たと えばイギリスの社会人類学者は、歴史への関心は非科学的であると考え、社会の機能により関心を寄せていた。

文化史家(特にヴィルヘルム・シュミット神父を中心とするウィーン学派だが、歴史に重点を置くあまり独断的でない研究者もいた)に加えて、1950年代ま でドイツでは(レオ・フローベニウスの伝統を受け継ぐ)文化形態学的志向を持つ民族学者が活躍していた。リヒャルト・トゥルンヴァルトの民族社会学的志向 は、彼の弟子であるヴィルヘルム・エミール・ミュールマンによって1960年代以降影響力を持つようになったが、それまでのドイツで果たした役割はかなり 小さいものであった。

国家社会主義時代、ドイツ語圏の民族学は人種差別的であり、部分的には難解であった[12]。

それ以前の民族学者たちはすでに実地調査を行っていたが、今日でもこの学問に欠かせない参加者観察という調査方法を、この学問の中心的なアプローチとして 最初に確立したのはブロニスワフ・マリノフスキ(1884-1942)であった。

民族学は長い間、ヨーロッパの影響を受けてきた学問であり、ロシア、イギリス、フランスを筆頭に、世界各地で権力を主張する国家にその最も重要な支持者を 見出した。そのため、民族学はヨーロッパ中心主義という非難の的となっている。今日、この学問領域はアメリカの文化人類学から大きな影響を受けており、 ヨーロッパ中心主義ではなく「アメリカ中心主義」と呼ぶことができる。一方、ヨーロッパ以外の国々(例えばインド、ブラジル、日本)では、独自の重要な民 族学が発展している。南半球の民族学者は、世界的な専門的議論においてますます存在感を増している。インターカルチュラリティは、エスノセントリズムに対 抗する概念として開発された。

今日、「民族学」という用語は通常避けられているが、それは研究の焦点が(長い間自然共同体として理解されてきた)民族よりも、「想像された共同体」とし ての民族集団に置かれているからである[13]。

理論の歴史
今日、人類学は理論を検証することよりも、研究し理論を構築することに重きを置いている。他の学問分野の多くが理論を構築し、それを経験的現実に適用する のに対して、人類学は逆のアプローチをとり、経験的資料から理論を構築する。学問の歴史における重要な理論:分析民族学、進化主義、拡散主義、機能主義、 構造機能主義、構造主義、新進化主義、文化相対主義、文化唯物論、認知民族学、文化生態学、解釈民族学。

個人史
パイオニア
ミシェル・ド・モンテーニュ (1533-1592)
ゴットフリート・ヴィルヘルム・ライプニッツ (1646-1716)
18世紀
ゲルハルト・フリードリヒ・ミュラー (1705-1783)
アウグスト・ルートヴィヒ・フォン・シュレッツァー (1735-1809)
アダム・フランティシェク・コラール (1718-1783)
ゲオルク・フォースター(1754-1794)
ヨハン・ゴットフリート・ヘルダー(1744-1803)、主著:『人類史哲学の思想』(1784-1791)
19世紀
ヨハン・ヤコブ・バッコーフェン(1815年-1887年)
ルイス・ヘンリー・モーガン(1818-1881)主著:古代社会(1877)、ドイツ語:Die Urgesellschaft
アドルフ・バスティアン(1826-1905)
ジョン・ファーガソン・マクレナン(1827-1881)スコットランドの民族学者
アンドリュー・ラング(1844-1912)
エドワード・バーネット・タイラー(1832-1917)主著:原始文化(1871)、人類学(1881)
Joseph-Anténor Firmin (1850-1911)、主な著作:De l'Égalité des Races Humaines (1885)
ジェームズ・ジョージ・フレイザー(1854~1941)主著:『黄金の荊棘』(1890)、ドイツ語:Der goldene Zweig
フランク・ハミルトン・クッシング (1857-1900)
ルイス・ヘンリー・モーガン (1818-1881)
ルイス・ヘンリー・モーガン
(1818-1881)

 
アドルフ・バスティアン (1826-1905)
アドルフ・バスティアン
(1826-1905)

 
エドワード・バーネット・タイラー(1832-1917)
エドワード・バーネット・タイラー
(1832-1917)

 
ジェームズ・ジョージ・フレイザー(1854-1941)
ジェームズ・ジョージ・フレイザー
(1854-1941)

20世紀
ルシアン・レヴィ=ブリュール(1857年-1939年)
フランツ・ボース(1858-1942)
ウィリアム・ハルス・リヴァース(1864-1922)
フランシス・デンズモア(1867-1957)
リチャード・サーンヴァルト(1869-1954)
マルセル・モース(1872-1950)主著:Essai sur le don. Forme et raison de l'échange dans les sociétés archaïques (1923-1924), ドイツ語:Die Gabe
レオ・フローベニウス(1873-1938)
Arnold van Gennep (1873-1957), 主な著作:通過儀礼 (1909)
アルフレッド・L・クルーバー(1876-1960)
フリッツ・グレーブナー(1877-1934)主な著作:民族学の方法(1911年)
アルフレッド・ラドクリフ=ブラウン(Alfred Radcliffe-Brown)(1881~1955)主な著作:アンダマン島民(1922
ロバート・H・ローウィー(1883~1957年)
エドワード・サピア(1884年-1939年)
Bronisław Malinowski (1884-1942), 主な著作:Argonauts of the Western Pacific (1922), ドイツ語:Argonauten des westlichen Pazifiks
ルース・ベネディクト(1887~1948年)
アドルフ・エレガード・イェンセン(1899~1965)主な著作:Die getötete Gottheit. 初期文化の世界観 (1966)
レスリー・ホワイト(1900-1975)
マーガレット・ミード(1901-1978)
レイモンド・ファース (1901-2002)
ジュリアン・スチュワード (1902-1972)
エドワード・E・エヴァンス=プリチャード (1902-1973)
グレゴリー・ベイトソン(1904~1980)主な著作:『心の生態学への歩み』(1972年)
クライド・クルックホーン(1905~1960年)
マイヤー・フォルテス(1906年-1983年)
クンツ・ディトマー(1907-1969)主な著作:Allgemeine Völkerkunde: Formen und Entwicklung der Kultur (1954)
クロード・レヴィ=ストロース(1908~2009)、代表作:Tristes Tropique(1955)、ドイツ語:Traurige Tropen
エドモンド・リーチ(1910-1989)
フェイ・シャオトン(1910~2005)、代表作:『鄉土中國』、英語:From the Soil: The Foundations of Chinese Society
マックス・グラックマン(1911-1975)
ルイ・デュモン(1911-1998)
ヴィクター・ターナー(1920-1983)主な作品:『儀式プロセス』(1969)
メアリー・ダグラス(1921~2007)主な作品:『純粋と危険』(1966年)
エリック・ウルフ(1923~1999)主著:『ヨーロッパと歴史なき人々』(1982年)
アーネスト・ゲルナー(1925~1995)主著:『国家とナショナリズム』(1983年)
クリフォード・ギアーツ(1926~2006)主著:『文化の解釈』(1973年)
マービン・ハリス(1927~2001年)
Pierre Clastres (1934-1977) 主著:La Société contre l'État(1974)、Enemies of the State: Studies in Political Anthropology(国家の敵:政治人類学研究
フランツ・ボアス(1858-1942)
フランツ・ボース
(1858-1942)

 
レオ・フロベニウス (1873-1938)
レオ・フロベニウス
(1873-1938)

 
アルフレッド・ラドクリフ=ブラウン(1881-1955)
アルフレッド・ラドクリフ=ブラウン
(1881-1955)

 
ブロニスワフ・マリノフスキ(1884-1942)
ブロニスワフ・マリノフスキ
(1884-1942)

現代人類学 (+)
ジャック・グッディ (1919-2015)
ジョルジュ・バランディエ (1920-2016)
ルネ・ジラール (1923-2015)
フレドリック・バルト(1928-2016)
マーシャル・サーリンズ(1930-2021)主著:『石器時代の経済学』(1974年)
モーリス・ゴドリエ(※1934年)
マルク・オージェ(1935-2023)
モーリス・ブロッホ (* 1939)
ミヒャエル・タウシッグ(* 1940)
ポール・ラビノフ(1944-2021)、主著:『理性の人類学』(1997)、『ドイツ理性の人類学
ジョージ・マーカス (* 1946)
アルジュン・アパデュライ(* 1949)、主著:Modernity at Large(1996)
フィリップ・デスコラ(*1949)
デヴィッド・グレーバー(1961-2020)
トマス・ヒランド・エリクセン(* 1962)
(+) ドイツ語圏の多くの研究所が「民族学」を科目名としているにもかかわらず、「人類学」という用語が使われるのは、英語圏の人類学やフランス語圏の人類学の 影響が強い現状を反映するためである。しかし、ドイツ語圏でも意味の変化が生じており、以前は物理生物学的あるいは哲学的な用語で理解されていた人類学 が、社会人類学や文化人類学と対比されるようになっている。

現在のドイツ語圏の人類学者
ゲルト・シュピトラー(* 1939年、バイロイト大学
フリッツ・W・クラマー(1941-2022)ハンブルク芸術大学
ミヒャエル・オピッツ(*1942)チューリヒ大学
ゲオルク・ペッファー(1943-2020)ベルリン自由大学
マーク・ミュンツェル(*1943)マールブルク・フィリップス大学
Hans Peter Duerr (* 1943) ブレーメン大学
ウテ・ルイグ (* 1944) ベルリン自由大学
ベルンハルト・シュトレック (* 1945) ライプツィヒ大学
カール・ハインツ・コール (* 1948), ヨハン・ヴォルフガング・ゲーテ大学フランクフルト・アム・マイン校
マルクス・シンドルベック (* 1949), ベルリン国立美術館
トーマス・ビアシェンク (* 1951), ヨハネス・グーテンベルク大学マインツ校
ギュンター・シュレー(*1951)マックス・プランク民族学研究所
アンドレ・ギングリヒ (* 1952) ウィーン大学
Carola Lentz (* 1954), マインツ・グーテンベルク大学
Thomas Hauschild (* 1955), マルティン・ルター大学ハレ・ヴィッテンベルク校
クリストフ・アントヴァイラー(*1956)、ライン・フリードリヒ・ヴィルヘルム大学(ボン
ユディト・シュレーエ(* 1956)アルベルト・ルートヴィヒス大学フライブルク校
クリスティアン・レッチュ(1957-2022)フリーランス作家、講演家
Susanne Schröter (* 1957), ヨハン・ヴォルフガング・ゲーテ大学フランクフルト・アム・マイン校
Mareile Flitsch (* 1960), チューリヒ大学
ミヒャエル・ボリグ(* 1961年、ケルン大学
ディーター・ハラー(*1962年、ルール大学ボーフム校
Anka Krämer de Huerta (* 1962), ミュンヘン大学
ベッティーナ・ベア (* 1966), ルツェルン大学
Roland Hardenberg (* 1967), ヨハン・ヴォルフガング・ゲーテ大学フランクフルト・アム・マイン校
マティアス・クリングス (* 1967), ヨハネス・グーテンベルク大学マインツ校
ハンスイェルク・ディルガー(*1968年)、ベルリン自由大学
































リ ンク

文 献

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